Trübe Aussichten – PKW-Beleuchtung bei Nebel richtig einsetzen

Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) sank in 2016 die Zahl nebelbedingter Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr von 661 auf 542; das bedeutet einen Rückgang um 18 Prozent. Allerdings stieg die Zahl der Getöteten im Vergleichszeitraum um ein Drittel an. Um das Unfallrisiko bei Nebelfahrten zu mindern, kommt es auch auf den richtigen Einsatz von Nebelscheinwerfern und Nebelschlussleuchte an.

Den Schleier lichten

Wenn die Sicht durch Nebel, Regen oder Schnee erheblich eingeschränkt ist, müssen Autofahrer auch am Tag das Abblendlicht einschalten. Auf Landstraßen ist das etwa bei einer Sichtweite von unter 100 Metern, auf Autobahnen unter 150 Metern der Fall. Nur bei diesen Verhältnissen dürfen auch die Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden. Sind zwei vorhanden, reicht anstatt des Abblendlichts dann auch das Standlicht aus.

Das Fernlicht ist im Nebel eher ungeeignet. Prof. Kurt Bodewig, Präsident der DVW und Bundesminister a. D.: „Lassen Sie das Fernlicht im dichten Nebel aus. Die feinen Wassertropfen reflektieren den Schein so stark, dass Sie dadurch eher geblendet werden. Nebelscheinwerfer bringen Ihnen eine bessere Sicht.“

Zusätzliche Sicherheit geben Nebelschlussleuchten. Sie dürfen aktiviert werden, wenn die Sicht weniger als 50 Meter beträgt. Durch die Nebelschlussleuchten hat der hinterherfahrende Verkehr eine bessere Orientierung. Umgekehrt blenden aber die sehr hellen roten Nebelschlussleuchten schnell und müssen daher bei einer Sichtweite von mehr als 50 Meter wieder ausgeschaltet werden.

Abstand und Tempo anpassen

Im Nebel heißt es, Abstand halten, um Kollisionen zu vermeiden. Auch bei langsamer Fahrt ist es empfehlenswert, eine Lücke von mindestens 25 Meter zum Vordermann einzuhalten. Bei Fahrten auf der Landstraße oder Autobahn geben Leitpfosten Orientierung; sie stehen in einem Abstand von 50 Metern. 

Auch das Tempo muss den Bedingungen angepasst werden. Fällt die Sichtweite allerdings unter 50 Meter, gilt eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Bodewig: „Rechnen Sie als Autofahrer im Herbst und Winter mit Nebelbänken und passen Sie Ihre Fahrweise immer auch an die Witterung an. Besonders in Senken, Waldlichtungen und an Flussniederungen ist Ihre Aufmerksamkeit gefragt. Hier kann Nebel auch spontan auftreten, da die Temperatur schneller sinkt als in der Umgebung."

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